Livigno (deutsch Luwin) das Zollausschußgebiet
Livigno (deutsch Luwin)
ist eine Gemeinde der italienischen Provinz Sondrio in der Lombardei. Livigno liegt auf einer Höhe von 1.816 m s.l.m. in den Livigno-Alpen und ist zollfreie Zone und ein beliebter Wintersportort. Es liegt am Fluss Spöl (früher Aqua Granda), der in den an der Südspitze angrenzenden Lago di Livigno fließt und später im Engadin in den Inn und damit in die Donau mündet.
Das Tal liegt also nördlich der Wasserscheide der Alpen. Livigno hat für Italien eine geostrategisch wichtige Lage. Trepalle, ein Ortsteil Livignos, ist nach eigenen Angaben der höchste dauerhaft bewohnte Ort Europas auf einer Seehöhe von 1907 bis 2250 Metern, am Passo d`Eira. Der Ort liegt somit noch höher als Juf in der Schweiz. Hier findet sich auch die höchstgelegene Kirche Europas (2.079 m s.l.m.). 1805 wurde Livigno wegen seiner exponierten und früher im Winter kaum erreichbaren Lage von Napoleon zur zollfreien Zone erklärt, damit es trotzdem ganzjährig bewohnt wird. Da Livigno bis 1951 sechs Monate im Jahr von der Außenwelt abgeschnitten war, kann es als unechte Exklave bezeichnet werden und erhielt den Übernamen Piccolo Tibet (Klein-Tibet). Seither wird der Passo di Foscagno auch im Winter freigeräumt, und von kurzen Unterbrechungen abgesehen ist Livigno von der italienischen Seite ganzjährig erreichbar. Zugänglich ist das Tal außerdem von der schweizerischen Straße Nr. 28 zwischen Zernez und dem Ofenpass durch den in den 1960er Jahren erbauten mautpflichtigen und nur tagsüber geöffneten Munt-la-Schera-Tunnel sowie während der Sommermonate tagsüber vom Berninapass über die Forcola di Livigno über die von Mussolini 1937 erbaute Passstraße.

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